Der Technik ausgeliefert: Wenn Bankomat und Online-Banking spinnen

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Vor einigen Wochen hatte es die Deutsche Bank geschafft, ihren Kunden auf dem Heimatmarkt einen großen Schreck einzujagen. Als sich die Privatkunden im Online-Banking einloggten, offenbarte sich ihnen eine Kontoübersicht, deren Anblick wenig Freude bereitet. Zahlreiche Ausgabepositionen wurden auf den Girokonto falsch gebucht. Es kam zu doppelten Abzügen, was viele Kunde erschreckte.

Die Bank reagierte schnell und ließ verlauten, dass ein Fehler im System vorliegt. Die Beträge seien nicht doppelt abgebucht worden, lediglich die Darstellung würde nicht stimmen. Somit hatten die Kontoinhaber nochmals Glück, zumal der Fehler nur einen Tag später wieder behoben war und die Kontostände somit stimmten.

Trotzdem dürfte für einige Bankkunden der Schrecken groß gewesen sein. Somit ist denkbar, dass ein bitterer Nachgeschmack bleibt und sich so manche Kontoinhaber fragt, ob sich ein Fehler dieser Art wiederholen könnte.

Probleme bei Kartenzahlungen in Österreich

Keine zwei Wochen später ereignete sich in Österreich ein ähnliches Problem. Es waren massenweise Bankomaten ausgefallen, d.h. Bankkunden hatten keine Möglichkeit, sich auf diesem Weg mit Bargeld einzudecken. Zugleich waren etliche Bezahlterminals im Handel betroffen. Gerade für Verbraucher, die einkaufen und mit ihren Geldkarten bezahlen wollten, war Ärger vorprogrammiert.

Auch hier dauerte es nicht lange, bis sich die Banken zu Wort meldeten und über die Ursache der Probleme informierten. Kernproblem war ein Systemfehler im Netzwerks des Zahlungsanbieters SIX aus der Schweiz. Das Unternehmen vernetzt die Systeme der Finanzdiensteister untereinander – und ein kleines technisches Problem kann schnell dazu führen, dass der Zahlungsverkehr stark eingeschränkt wird oder gar nicht mehr funktioniert.

Während in Deutschland nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung vom Online-Banking Problem betroffen war, zeichnete sich in Österreich ein anderes Bild ab. Von knapp 9.000 Bankomaten war der Großteil bzw. knappe 90 Prozent betroffen. Somit konnten fast alle Bankkunden kein Bargeld abheben oder mit ihren Geldkarten in Geschäften bezahlen.

Abhängigkeit von der Technik nimmt weiter zu

Nun könnte man meinen, die Banken und deren IT-Dienstleister würden aus den Vorfällen lernen, sodass die Bankingsysteme immer sicherer werden. Allerdings befindet sich der elektronische Zahlungsverkehr stark auf dem Vormarsch und wird zugleich immer komplexer. Deshalb gilt es als umso wahrscheinlicher, dass sich Probleme dieser Art in Zukunft noch häufen. Hierauf sollten sich Verbraucher schon einmal einstellen.

Wer vermutet, dass moderne Bezahlsysteme aus dem Online-Umfeld sicherer sind, darf sich nicht täuschen. Egal ob mit Apple Pay, Paypal oder anderen Anbietern online bezahlt werden soll: Schwierigkeiten in der IT können rasch dazu führen, dass der Zahlungsverkehr vorübergehend ausfällt.

Bargeld beruhigt das Gewissen

Aufgrund der bisherigen Entwicklung überrascht es nicht, dass einige Menschen das Bargeld wieder umso mehr zu schätzen wissen. In gewisser Hinsicht liegen sie damit auch richtig. Allerdings gilt es sich vor Augen zu halten, dass Bargeld nicht in unbegrenzter Höhe gehortet werden kann. Dies wäre zu riskant, weshalb es insgesamt vernünftiger ist, die Ersparnisse auf Konto zu haben.

Außerdem sieht die Zukunft für das Bargeld nicht allzu rosig aus. Immer mehr Regierungen verfolgen das Ziel, Bargeld langfristig abzuschaffen, um damit vor allem die Schattenwirtschaft einzudämmen und so die Steuereinnahmen zu erhöhen.

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