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Kreditkarte: Vorteile, Zinsen und Kosten

Einige Menschen sind sich zunächst unsicher, ob sie eine Kreditkarte tatsächlich benötigen. Nicht selten sind zahlreiche Fragen offen, die ihnen selbst am Bankschalter nicht immer beantwortet werden. Antworten zu den häufigsten Fragen rund um das beliebte Zahlungsmitteln sind hier zu finden.

Vorteile der Kreditkarte

Die Kreditkarte weiß vor allem mit der gebotenen Unabhängigkeit zu punkten. Sie gestattet es fast überall auf der Welt zu bezahlen. Das Mitnehmen von Bargeld ist nicht erforderlich, was nicht nur praktisch ist, sondern auch mehr Sicherheit bedeutet. Deshalb ist die Kreditkarte besonders auf Reisen ein gefragtes Zahlungsmittel.

Im Zusammenhang mit dem bargeldlosen Bezahlen ist anzumerken, dass die Karte auch in Notfällen zu gebrauchen ist. Angenommen man stellt an der Kasse eines Geschäfts fest, dass das Bargeld nicht ausreicht: Man ist nicht gleich aufgeschmissen, weil immer noch die Kreditkarte gezückt werden kann.

Um die Akzeptanz des Zahlungsmittels ist es übrigens hervorragend bestellt. Dies gilt keinesfalls nur für Europa oder die USA. Wer sich für eine der großen Kreditkartengesellschaften entscheidet, befindet sich auf der sicheren Seite. Mastercard oder Visa Card werden von Händlern und Banken in mehr als 200 Ländern akzeptiert.

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, unkompliziert einen Mietwagen zu buchen. Noch immer gibt es Menschen, die tatsächlich der Meinung sind, sie könnten ohne Karte buchen. Doch gerade im Ausland gibt es so gut wie keinen Autovermieter, der Schlüssel ohne vorherige Angabe von Kreditkartendaten herausrückt.

Im Übrigen hat auch das Internet maßgeblich zum Erfolg der Kreditkarte beigetragen. Gerade beim Bestellen im Ausland ist die Karte als Zahlungsmittel eine große Hilfe. Es spielt keine Rolle, wo bestellt wird – fast alle Shops akzeptieren die Kreditkartenzahlung. Außerdem werden die Zahlungen sicher abgerechnet, was die Kaufentscheidung umso leichter macht.

So werden die Zinsen abgerechnet

Viele Menschen befürchten, eine Karte würde sofort zu Kosten führen – insbesondere beim Bezahlen. Das ist jedoch falsch, denn im Regelfall werden die Zahlungen zeitnah und somit zinsfrei abgerechnet. Ob und wann Zinsen fällig werden, hängt wiederum von der jeweiligen Karte ab.

Die meisten Karten werden in Form der sogenannten Charge Card ausgegeben. Hier ist die Abrechnung ganz simpel. Sämtliche Zahlbeträge werden von der Kreditkartengesellschaft zunächst ausgelegt. Anschließend erfolgt die die Abbuchung in einem Betrag vom zugehörigen Girokonto. Während dieser Zeit fallen keine Zinsen an.

Anders verhält es sich bei der Revolving Card. Sollte die Rückzahlung ebenfalls in einer Summe und das innerhalb weniger Wochen erfolgen, berechnet die Gesellschaft meist auch keine Zinsen. Findet die Rückzahlung stattdessen in Raten statt, werden wiederum Zinsen fällig.

Die genaue Dauer des Abrechnungszeitraums hängt von der jeweiligen Karte ab. Je nach Bank und Gesellschaft gibt es gewisse Unterschiede. Meist werden die summierten Zahlbeträge nach einem Zeitraum von vier Wochen eingezogen. Es gibt aber auch Karten, bei denen das Geld bis zu acht Wochen lang zinsfrei zur Verfügung gestellt wird.

Eine besondere Rolle nimmt übrigens die Prepaid Kreditkarte ein. Sie verfügt über keinen Kreditrahmen, d.h. Zahlungen sind nur möglich, sofern die Karte oder das zugehörige Konto ausreichend gedeckt ist. Weil die Gesellschaft kein Geld „auslegen“ muss, können auch sich keine Zinsen anhäufen.

Mit diesen Kosten ist ggf. zu rechnen

Zinskosten sind keineswegs die einzigen Kosten oder Gebühren, die mit der Nutzung einer Kreditkarte einhergehen. Es gibt noch weitere Kosten – ob diese anfallen, hängt ebenfalls ganz von der gewählten Karte ab.

Typisch ist die Gebühr für die eigentliche Bereitstellung der Karte. Fast jede Kreditkarte ist an eine Jahresgebühr gekoppelt. Deren Höhe ist ganz unterschiedlich bemessen, letztlich kommt es ganz darauf an, welche Leistungen enthalten sind.

Im Durchschnitt liegen die Jahresgebühren bei etwa 20 bis 60 Euro pro Jahr. Allerdings gibt es sehr exklusive Karten, die wesentlich mehr Kosten. Premium-Kreditkarten der Superreichen können mehrere tausend Euro im Jahr kosten. Allerdings müssen Jahresgebühren nicht sein, vor allem sind einige kostenfreie Kreditkarten erhältlich.

Ein weiterer Punkt sind Nutzungsgebühren, d.h. Kosten, die mit einzelnen Transaktionen in Verbindung stehen. Da wäre zunächst die Gebühr für Barauszahlungen am Geldautomaten. Ob diese Gebühr anfällt, hängt ganz von der jeweiligen Bank sowie teilweise auch von der Wahl des Automaten ab. Gerade im Inland ist es oft möglich, sich am Automaten kostenfrei mit Bargeld einzudecken.

Anders ist die Situation im Ausland. Einige Karten gestatten zwar gebührenfreie Abhebungen, allerdings ist dies eher die Ausnahme. Zumal es dann auch noch darauf ankommt, ob die Auszahlung in einer Fremdwährung erfolgen soll. Einige Banken bieten an, die Abrechnung in der Landeswährung oder in der alternativen Währung vorzunehmen. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, immer die Währung des jeweiligen Landes zu wählen, weil der Umrechnungskurs besser ist.

Dann wären da noch die schon zuvor angeschnittenen Zinskosten. Sofern überhaupt Zinsen fällig werden, hängt deren Höhe von den geltenden Konditionen ab. Die Banken und Kreditkartengesellschaften können selbst festlegen, welche Kreditkartenzinsen gelten. Im Allgemeinen sind sie eher hoch bemesseh, weshalb es im Zweifelsfall sinnvoll sein kann, gar nicht die Kreditkarte zu wählen, sondern eine Anschaffung lieber per Ratenkredit zu finanzieren.